Der Bauhof Multifarmer am Rhein

Kommune fräst Wege mit Teleskoptraktor

Multi-Farmer, das klingt nach einem sehr versierten Landwirt. Wie begabt der Bursche von Merlo wirklich ist, erleben die Ingelheimer. Ihr Bauhof beantwortete die Frage „Neuer Frontlader, neuer Schlepper?“ mit „Nein. Wir fräsen Wege besser mit dem Teleskoptraktor am Rhein.“ Mit einem 9-m-Arm, der Dreipunkt-Aufhängung und Heckzapfwelle macht sich das grüne 156-PS-Zugpferd für vieles in der Kommune stark.

07.06.2017

Video: Interview zum Multifarmer in Wegebau & Co.

   

Im Bauhof der Stadt Ingelheim am Rhein engagieren sich 50 Angestellte für die kommunalen Belange von rund 39.000 Einwohnern. Den Ort prägen ein Pharmaunternehmen, die imposante Geschichte und der Fluss. Letzteres bringt zahlungskräftige Touristen zu den kulturellen Angeboten und an die idyllischen Rheinauen. Aber auch Hochwasser und eine Kette von Bau- und Wegearbeiten.

Der Leiter des 14.200 m2 großen Bauhofes, Gregor Fetzer, sagt: "Es ist Wahnsinn, was wir leisten müssen. Vor allen Dingen ist der Anspruch an uns, dadurch, dass halt Geld hier ist, sehr hoch."  Die intensivsten Aufgaben liegen im Grünbereich, der Instandhaltung und Straßenreinigung. Radlader und Stapler unterstützen das Personal bei den unzähligen Materialumschlägen. Ein 140-PS-Schlepper kam vor einiger Zeit in die Jahre. Der Bauhof suchte eine Zugmaschine, die noch effektiver verwendet werden kann. Seit zwei Jahren ist ein Merlo Multifarmer 40.9 CS in der Kommune.

Das besondere Maschinenkonzept vereint die Funktionen von Teleskopladern und Traktoren. Es verfügt am Arm über bis zu 4 t Hubkraft und maximale 8,8 m Hubhöhe. Das kräftig konzipierte 156-PS-Gerät trägt seinen Clou offen am Heck: einen Dreipunkt-Kraftheber und eine mechanische Heckzapfwelle mit 540 U/min – 1.000 U/min. Es kommt serienmäßig mit 40 km/h als Zugmaschine / Ackerschlepper auf die Straße. Die im Traktor gewohnte Kabinenfederung, die übrigens nur Merlo im Teleskoplader einbaut, schont Rücken und Nerven der Fahrer. Bekannt ist der Multifarmer seit 2001 – dem Jahr seiner Innovationsprämierung auf der Messe Agritechnica.

Gregor Fetzer beschreibt den Entscheidungsweg des Bauhofes, auf dem ihm Burkhard Bauer, Regionalverkaufsleiter bei Merlo Deutschland, seit einem Messetreffen beratend zur Seite steht: „Ich war von dem Konzept gleich total begeistert und würde das anderen Gemeinden mit ausreichend Arbeit dafür nur empfehlen. Für unsere Einsätze hat es genug Leistung. Bei unserem alten Schlepper war der Frontlader das Problem. Die Anbaugeräte standen in der Ecke und wurden nicht benutzt, weil ihr Anbau zu lange dauerte. Wir haben noch Radlader und andere Fahrzeuge, die dann gewohnheitsmäßig lieber geholt wurden. Der Multifarmer kostet sein Geld, aber ich kann ihn für unheimlich Vieles einsetzen.“

Das Zugpferd in Grün

Am meisten ist das „grüne Zugpferd“ im Wegebau eingespannt. Eine Wegefräse fräst und egalisiert den kompletten wassergebundenen Wirtschaftsweg. Das mehrere Tonnen schwere Werkzeug wird am Heck des Merlo angebaut. Es zerkleinert das Material auf dem Untergrund und macht ein leichtes Dachgefälle. Im zweiten Arbeitsgang rüttelt es den Boden nach dem Auflockern fest. Die Fläche wird mehrmals mit der Technik befahren. Die Erschütterungen am Boden der verhältnismäßig leisen Fräse sind weithin spürbar. Der Bediener bleibt in seiner gefederten Kabine davon weitgehend unberührt.

Nachdem der Weg fertig ist, kommt die Stunde der Bankettfräse am Heck des Multifarmers. Sie richtet die Seitenstreifen so her, dass das Wasser vom Weg seitlich weglaufen kann. Mit einer Schaufel versehen, führt der Merlo Lade- und Schüttgutarbeiten beim Herstellen der Strecken aus. Fetzer bestätigt dem Wege-System, insgesamt sehr gut zu funktionieren.

Ein 3 m breiter Grasmulcher hilft überdies am Teleskoplader, das Grün großer Wiesen zu zerkleinern. Außerdem übernimmt der Teleskoplader mit seinem Zugmaul und der Druckluftbremsanlage Transporte.

Starker Arm für eine starke Kommune

Der Multifarmer kam ursprünglich auf die Wunschliste des Bauhofes wegen seiner Heckfunktionen - als Schlepperersatz. Der 9-Meter-Ausleger macht ihn für die Kommune nützlicher als eine Frontlader-Alternative. Die illustre Liste klassischer Ladearbeiten, die er im Bauhof übernimmt, ist lang.

In einer circa 6,5 m hohen Salzhalle, die wegen der besseren Verfügbarkeit im Winter mit losem Salz gefüllt wird, schiebt der Merlo das Streumittel zusammen und hoch.

Für unterschiedliche Aufgaben hat der Bauhof eine Ansammlung von Schüttgutboxen aus stapelbaren Wandblockelementen. Der Teleskoplader setzt sie auf. Die Flächen werden hoch aufgefüllt, damit ausreichend Material hineinpasst. Spätestens bei der obersten Schicht ist der Merlo gefragt, da er gegenüber dem angestammten Radlader den längeren Arm hat, der die notwendige Höhe als Einziger am Platz erreicht.

Die Region am Rhein ist bekannt für ihren Wein. Der Merlo ist Roadie und fleißiger Diener bei den zahlreichen Festen. Wenn es heißt, in die Höhe zu reichen, geht er überall dort zur Hand, wo der Stapler im Gelände nicht hinkommt, wie beim Aufrichten der Masten für die Lichterketten. Um die bis zu 14 m hohen Kerbbäume bei Kirchenfesten aufzustellen, erhielt der Multifarmer einen armverlängernden Gittermastausleger mit Seilwinde. Das Prinzip funktioniert laut Fetzer so gut, dass es auch für das Aufstellen der kleineren Weihnachtsbäume verwendet wird.

Für die besinnliche Weihnachtszeit stehen 48 fertige Weihnachts- und Verweilhütten im für 6 Mio. Euro neu gebauten Bauhoflager. Vor der Komplettlagerung mussten die Mitarbeiter sie aus Einzelteilen zu jeder Veranstaltung zusammenbauen. Die Häuser haben Einfahrtaschen für Palettengabeln. Der Merlo lädt sie damit auf und stellt sie an ihren Platz.

Um die Stadt zu reinigen, fällt eine große Menge Straßenkehricht an. Er muss in hohe Lkws geladen werden. Der Merlo übernimmt das. Vor ihm war es der Job des Radladers, der allerdings eine zusätzliche Absetzmulde brauchte, um auf die Überladehöhe zu kommen.

Bei Baumfällarbeiten stabilisiert der Teleskoplader mit einer Greifschaufel die Baumteile im Prozess und verlädt sie.

Fahrer Udo Wagner sagt: "Ich behandle den Merlo so pfleglich, als wäre er mein Eigentum."

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