"Merlo möchten wir nicht missen."

Biogas-Teleskoplader füttert 100 t am Tag

2-MW-Anlage Bioenergie Gellersen lädt mit P 55.9 CS

2013 gründeten elf Landwirte in dem niedersächsischen Kirchgellersen die Bioenergie Gellersen GmbH &
Co. KG. Die für zwei Megawatt ausgelegte Biogasanlage erzeugt zu einem Drittel Strom und zu zwei Dritteln Biomethan für das öffentliche Erdgasnetz. Für ein rundes Laufen der Anlage müssen jeden Tag 100 t Futter bewegt werden. Dafür haben sie seit Baubeginn einen Merlo Teleskoplader P 55.9 CS. Er kommt auf rund 1.000 h/Jahr, für die er in Kirchgellersen circa 7,5 l Diesel pro Betriebsstunde.

24.08.2016

Video Biogasanlage und Teleskoplader

   

(v.l.n.r.) Hartmut Dittmer (Geschäftsführer), Christian Bahrenthien (HKL), Wilhelm Wölper (Betriebsführer), Carsten Hövermann (Geschäftsführer)

Kirchgellersen: Hartmut Dittmer, einer der beiden Gellerser Geschäftsführer, sagt: „Als Ladegerät hatten wir einen Teleskopen am Anfang nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Von Leuten, die wir fragten, hörten wir, Biogasanlagen der Größe müssen Radlader haben. Aber wir probierten es aus. Der Merlo macht, was er soll und noch ein bisschen mehr. Ich möcht´s nicht mehr missen. Inzwischen läuft hier alles. Es ist Routine eingekehrt.“

Die beteiligten Landwirte produzieren auf 700 ha das Substrat für die Anlage. Die notwendigen 35.000 t Futter im Jahr liefern sie im Mix aus rund 60 % Mais, 20 % Zuckerrüben, 10 % Ganzpflanzensilage und 10 % Möhren. Vom größten Gemüsebetrieb der Region erhalten sie deren nicht perfekt für die Ladentheke gewachsene Karotten. Bemessen am Grundstock des gesamten Bodens der Gesellschafter wächst auf 20 % Mais. „Ein nicht größerer Anteil war uns wichtig“, sagt Dittmer.

Als wichtigsten Beweggrund zum Bau der Anlage nennt er zusammen mit dem Betriebsführer Wilhelm Wölper den Wunsch der Zukunftssicherung. Auf ihren leichten Böden seien die Landwirte seit Langem auf Förderung angewiesen. Mit dem Wegfall der EU-Beihilfen für die Stärkekartoffel fehlten laut ihrer Aussage rund 100.000 Euro an Wertschöpfung im Dorf, die sie mit der Biogasanlage nun substituierten.

Wölper: „Am Anfang hatten wir hier eine Bürgerinitiative gegen unsere Baupläne. Doch das Gewerbeaufsichtsamt ist eine Fachbehörde, die diesen Namen verdient. Sie prüfte Einwände und Fakten und entschied nach Sachlage für uns. Trotz der großen Aufgaben zum Start war es absolut richtig, dass wir das durchgezogen haben. Abnehmer-Verträge sichern uns im Moment. Was in den geplanten zwanzig Jahren passiert, das werden wir sehen.“

Auf die Frage, ob sie ihren Teleskoplader anderen Betreibern empfehlen würden, meinen sie: „Warum nicht. Bei uns muss täglich gefüttert werden. Immer. Das ist beruhigender mit Service in der Hinterhand. Die Leute von der HKL und die Reaktionszeiten sind top.“ Die Gellerser begannen vor drei Jahren mit Merlo Teleskopladern der HKL BAUMASCHINEN GmbH in Bienenbüttel zu arbeiten. Nach technischen Schwierigkeiten mit dem ersten Gerät wie diversen Leckagen haben sie seit zwei Jahren einen Merlo, von dem sie und ihr Händler finden: „Ach, der sieht aber noch gut aus.“

Nach 2.000 h: "Der sieht aber noch gut aus."

Der Betriebsführer schildert ein Problem der Gründungsphase: “Wir haben heute so viele Sachen, wo wir sagen: ´Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir es ganz anders gemacht.´ On top kommt noch eine Lade-Maschine, die man nicht kennt. Wir kannten weder Radlader noch Teleskoplader. Wir vertrauten darauf, dass die aus der Umgebung uns sagten, `Der Radlader ist das Richtige.´ Damit sind wir auch losgezogen, bis Christian kam und meinte: ´Der Teleskoplader kann es aber genauso gut.´ Wir waren uns aber einfach nicht sicher, was nun für uns richtig ist.“

Wölper und Dittmer sahen sich vor der Entscheidung zum Teleskoplader Radlader an. Für die Aufgaben bei ihnen wählten sie die 18-Tonnen-Klasse mit 180 PS. Der kräftige Ladevorgang von A nach B gefiel den Anlagenbetreibern. Aber: „Der Radlader: da erstmal hochkommen. Wie oft steigen wir hier ein und aus.“

Christian Bahrenthien, Kundenberater der HKL in Bienenbüttel, bot einen Merlo P 55.9 CS mit 5,5 t Hubkraft und 9 m langem Ausleger. Er beschreibt die Auswahl: „Wir haben hier eine vergleichsweise kompakte Maschine, die hohe Nutzlasten generiert. Zusätzlich statteten wir sie passend für die Anlage mit einem Volvo-Schnellwechsler und einer Zentralschmierung aus. Mit ihr kann sich der Fahrer darauf verlassen, dass das Fett immer an den richtigen Stellen ist. Eine extra Kühlerabdeckung verhindert das Drauffallen des losen Maises.“ Mehr Sicherheit auf dem Gelände erhalten die Betreiber durch die optionale Rückfahrkamera und die Rückfahrscheinwerfer.

Durchschnittlich 2,5 h/Tag ist der Merlo in Kirchgellersen im Einsatz. Er arbeitet mit einer 4-m3-Schaufel für leichte Schüttgüter. Die Rüben bewegt er mit einer 2,5-m3-Schaufel. Eine Bröckelschaufel bricht die Möhren und dient als Fremdköpersicherung für gelegentlich mitgeladene Steine. Verfügbar haben sie überdies für das Reinigen des Geländes einen Blockbesen und im Winter den Schneeschieber, außerdem Palettengabeln.  90 % des Maises lockern sie mit der Silokralle. Die Gellerser bescheinigen dem Verfahren in Verbindung mit dem leichteren anschließenden Laden des losen Maises per Schaufel einen geringeren Maschinenverschleiß gegenüber anderen Techniken.

Sie erleben bei dem Teleskoplader mit seinem langen Arm mehrere Zusatznutzen: „Mal schnell etwas abladen, aufladen, obendrauf setzen. Man kann doch mehr machen.“ Der Merlo hilft bei der Pumpenreparatur, dem Abdecken der Anlage, bewegt Sandsäcke, macht Kraneinsätze. „Im Winter war hier einmal alles zusammengefroren. Mit dem Merlo haben wir alles mit Netzen abgedeckt. Per Radlader wäre das ungleich schwerer geworden.“ In der Bauphase war der Teleskop mit Gabeln bei diversen Arbeiten dabei.

Die meiste Zeit verbringt der P 55.9 CS auf der Anlage. Gelegentlich sieht man ihn auf den Höfen der Betreiber bei der Reinigung von Dachrinnen, dem Ausästen von Bäumen. Er hilft beim Kalk laden, wenn ein Trecker mal nicht kann.

An der Bedienung des Merlo gefällt Wölper die Wendeschaltung auf dem Joystick. Wie angenehm die gefederte Kabine ihres Modells ist, fällt ihnen auf, wenn die Funktion ausversehen vom helfenden Personal am Wochenende ausgeschaltet wurde. Wölper: „Wir fahren standardmäßig mit Federung. Den großen Komfort bemerkt man, wenn er fehlt. Das hoppelt dann sehr.“ Dittmer: „Unsere Klimaanlage macht mit dem ganzen Glas um einen in der Kabine rum viel Sinn.“

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