TZG: "Die machen, was sie sollen."

TZG Ernstroda: "Die machen, was sie sollen."

Merlo Teleskoplader seit über zwei Jahrzehnten in Rinderzucht

26.10.2016

Die 110 Mitarbeiter der Thüringer TZG stehen täglich vor großen Aufgaben: 4.500 Rinder wollen versorgt werden. 3.200 Hektar Agrarfläche sind zu bewirtschaften. Ohne effiziente Technik undenkbar. In den Gründungstagen vor rund zwanzig Jahren stellte sich die TZG einen idealen Lader mit Teleskoparm vor - als Zugmaschine. Leicht zu bedienen und kräftig sollte sie sein. Das und vieles mehr finden sie seither immer wieder bei Merlo.

Die TZG Ernstroda GmbH hält rund 4.500 Rinder. Sie bewirtschaftet über 3.200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon sind 1.800 Hektar Grünland. Das Unternehmen beschäftigt 110 Mitarbeiter. Sie produzieren Druschfrüchte und Tierfutter. Zudem sind sie auf die Jungrinder-Aufzucht spezialisiert. Für die Direktvermarktung von Fleisch- und Wurstwaren halten sie Mutterkühe und die Nachzucht. Eine 500-kW-Biogasanlage gehört zum Betrieb.

Seit 1994 arbeiten Merlo Teleskoplader in Ernstroda. Aktuell sind dort zwei Vier-Tonnen-Maschinen P 40.9 Plus und ein Fünfeinhalb-Tonnen-Lader P 55.9 CS im Einsatz. Ein beim regionalen Merlo Händler, der HFT Hebe- und Fördertechnik GmbH (Mühlhausen), gemieteter 3,4-Tonnen-Turbofarmer ergänzt im Moment die Flotte.

TZG-Geschäftsführer Andreas Umbreit: „Zwei Jahrzehnte lang haben wir durchschnittlich drei bis vier Merlos parallel auf dem Gelände. In der Anfangszeit waren Teleskoplader keineswegs selbstverständlich. Die Vorteile des Systems lagen aber klar auf der Hand. Unseren ersten Dreieinhalb-Tonner fuhr ich damals selber viel, um die Technik den Kollegen näher zu bringen. Am Ende der Entscheidungsfindung haben wir die Leute, die mit den Maschinen arbeiten sollen, nach dem befragt, was sie brauchen. Alles, was bei uns im Normalfall nötig ist, bringen die grünen Teleskoplader mit. Dem ersten Merlo folgte dann schnell der zweite – der dritte – der vierte. Gut die Hälfte der Kollegen können die Geräte bedienen.“

Und weiter informiert er: „Vier bis fünf verschiedene Fahrer nutzen die Drei- bis Vier-Tonner bei uns am Tag. Für den 55.9  haben wir festes Personal, das die Mehrfunktionen ausschöpfen kann. Die hohe Bodenfreiheit kann ich bei unserer Art von Einsätzen gut gebrauchen. Sie sorgt für Luft unterm Bauch. Die Merlos lassen sich feinfühlig steuern und bremsen sanft.“

Umbreit zum Teleskopanfang: „1994 kamen wir mit der vorhandenen Bauschiene nicht weiter. Unsere Bagger und Lader gerieten an ihre Grenzen. Wir hatten uns zu der Zeit einen Lader ausgedacht, der Hänger ziehen können sollte und Strohladen ermöglicht. Wir wollten nicht in der Lagerfläche zulegen, sondern die vorhandenen Räumlichkeiten ausnutzen und in die Höhe stapeln. Außerdem sollte der Lader unsere großen Strohhäcksler bestücken. Also ein Teleskop!“

Zu den Ursprungsideen kamen mittlerweile viele weitere Einsätze hinzu. Zwei eigene Merlos laufen heute in der Pflanzen-, einer in der Tierproduktion. Sie laden Getreide, Dung, Stroh, Silage. Bei Montage- oder Bauarbeiten kommen sie zum Zuge. Unter anderem bei der Reinigung des Güllebeckens von 10.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Die Sedimente am Boden schiebt eine Schaufel zusammen. Am Beckenrand übergibt der Teleskoparm die Ladung zum Abtransport.

Die 500-kW-Biogasanlage füttert die TZG per P 40.9 Plus mit Gülle und Silage. Die Teleskoplader helfen die Dosierer abzuheben oder bei Reparaturen.

Eine Nebenbeschäftigung für die Lader ist das Einbringen von Weidepfählen. Umbreit: „Du legst die Pfähle in die Schaufel, lädst sie am Ziel ab. Der Arm hilft, sie in die Erde zu bringen. Bei uns kommen schon mal achtzig Pfähle am Stück zusammen. Wir reihen sie auf und dann wie am Schnürchen rein damit. Gräben am Wegesrand sind mit dem ausfahrbaren Arm dabei gut zu meistern.“

Die Merlos in Ernstroda haben 40-km/h-Straßenzulassung, Anhängerkupplung und Druckluft-Bremssystem. Sie laden den Dung auf und kippen ihn am Ziel ab. Um die über die Jahre gewachsene Ausstattung an Anbaugeräten für alle Merlos greifbar zu machen, besitzt der Betrieb Adapter. An den Maschinen sind diverse Schaufeln von bis zu 3,5 Kubikmetern aktiv, dazu ein Krokodilgebiss sowie FEM-Gabelträger und Gabeln, außerdem eine Astsäge.

Am Auslegerkopf eines P 40.9 Plus befindet sich eine praktische Sonderausstattung: die Dauerfunktion der Zusatzhydraulik. Sie liefert rotierenden Anbaugeräten wie Kehrbesen kontinuierlich Öl. Der Arm des P 55.9 CS hat zum Schutz seines Inneren vor feinem Staub u.a. beim Getreideumschlag von Merlo Deutschland entwickelte Sonder-Abstreifer.  

Die TZG verfügt über viele Jahre Merlo Erfahrung und eigene Techniker auf dem Hof. Die Wartung und Aufgaben der Instandhaltung, die bei rund 2.000 Betriebsstunden im Jahr für die Merlos anfallen, übernehmen sie eigenständig.