Die Rettung des Ur-Merlo

Neues Leben für den Teleskop-Oldi SM30

01.11.2011

1981: Ronald Reagan wird Präsident der USA. IBM baut den ersten Personal Computer und ABBA´s „Super Trouper“ führt die Hitlisten an. Ins bunte Weltgeschehen fügt sich noch leise die Idee einer ehemaligen Handwerker-Schmiede. Im norditalienischen Cuneo läuft die erste Serie von Merlos Teleskopladern namens „SM 30“ vom Band. Vieles, was später in Teleskopen Standard sein wird, haben die Modelle bereits: vier gleichgroße Räder, den hydrostatischen Antrieb, die Allradlenkung und Seitenverschub. Fast drei Jahrzehnte lang war es ruhig um das Rohmodell. Dann entdeckte Henrich Clewing ein Exemplar in Polen.

Bis zum letzten Atemzug hat es geschuftet. Nun blühte ihm die Schrottpresse. Wir gewährten in unserer Zentrale Obdach. Geschunden verbrachte es hier einige Zeit, bis die Werkstatt einen Narren an ihm frisst.

Dreißig Jahre nach dem Serienstart wollte sie ihm neues Leben geben. Der Funke sprang auf die ganze Mannschaft über. In die Jahre gekommene Teleskopen sind für die Technik-Crew wegen des Services für Gebrauchte keine Seltenheit. Aber ein Ur-Merlo? Er motivierte. Was nicht mehr in die Arbeitszeit passte, daran wurde nach Feierabend begeistert weitergetüftelt. Ersatzteile kamen wie geschmiert aus dem eigenen oder italienischen Lager.

An manch kniffeligen Stellen halfen eingefleischte externe Partner. Zeit war immer knapp. Der tägliche dichte Ein- und Ausgang der Kundengeräte gibt bei Merlo Deutschland den Takt vor. Das zusätzliche Aufpäppeln des Oldtimers sorgte für eine zu meisternde Ausnahme-Situation. November, Agritechnica 2011, dann sollte er in neuem Glanz erstrahlen.

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Henrich Clewing sagte nach der Messe:„Viele Besucher wollten es gar nicht glauben: Dreißig Jahre sieht man der perfekt aufbereiteten Maschine nicht an. Der Stellenwert von Oldtimern ist beim Landwirt sehr hoch. Unser Veteran zog die Blicke auf sich.“