"Multifarmer + Viehhaltung rechnen sich."

Das Multi-Plus: Bio + Angus + Multifarmer

Biolandwirt & Anguszüchter betreibt Hof mit Schlepper & Multifarmer

Nach langer Tradition in der Milcherzeugung züchtet die BG Eickermann-Nitsche GbR seit 2006 erfolgreich Angus-Rinder. Sie kaufte 2002 einen der ersten Multifarmer, Merlos Teleskopen mit Heckhydraulik und Dreipunktaufhängung. Bei 11.000 h ersetzte ihn das Nachfolgemodell. Braucht es für neue Konzepte Mut? Klaus Eickermann: „Man muss einfach nur rechnen können. Mich wundert, dass nicht mehr Viehbetriebe auf den Multifarmer einsteigen.“

28.09.2016

Kathrin Nitsche und Klaus Eickermann gründeten 1995 die Betriebsgemeinschaft (BG) Eickermann Nitsche GbR. Zu Beginn produzierten die Landwirte aus Bad Pyrmont konventionell Milch. 1998 wechselten sie zum Biolandbau. Eickermann sagt: „Es gab die Umstellungsprämie und Biomilch wurde deutlich besser bezahlt. Ökolandbau: Ich bin skeptisch rangegangen, aber mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist.“

Der Betrieb umfasst heute 230 Hektar, davon sind 100 Acker, der Rest Grünfläche. Eickermann beschreibt die Entwicklung: „Nach den ersten fünf Biomilch-Jahren mit Schwarzbunten, haben wir gemerkt, wir kommen auf keinen grünen Zweig. Unterm Strich schwarz aber lächerlich bei der Arbeitsleistung. Die Berater sind immer ganz schlau. Die sagen ´Ja, wenn das nicht reicht, musst Du vielleicht noch 50 Kühe mehr machen.´ Das ist aber eine Tretmühle.“

Statt mehr Milchvieh schafften die Landwirte ihre 120 Kühe ab, verwarfen die Idee, ihr Grünland in eine Biogasanlage zu fahren und kauften 2006 die ersten 50 Angus-Rinder. Zu zweit versorgen sie jetzt bis zu 200, darunter prämierte Tiere. Einige Mastbullen, doch hauptsächlich gehen ihre Rinder an andere Züchter, die Hälfte bis zwei Drittel in den Export.

Eickermann: „Ohne Rindvieh könnte ich es mir nicht vorstellen. Ich habe natürlich eine ethische Verantwortung für die Tiere. Ich habe aber auch Synergieeffekte. Wenn ich dafür sorge, dass es den Tieren optimal gut geht, dann sind die Leistungen auch entsprechend.“

Die Wahl für Angus und ihren Zyklus erklärt der Landwirt: „Genetisch hornlos, ist es eine sehr umgängliche Rasse, die die dichte Bebauung hier wegsteckt. Alle Tiere sind auf Elektrozaun. Wir haben kaum Festzäune. Mit zwei Jahren bekommt die Kuh das erste Kalb, das zehn Monate bei ihr bleibt. Nach zwei freien Monaten kalbt sie das nächste Mal. Wegen der günstigeren Verteilung der Arbeitslast kalben 40 Kühe im Frühjahr, 40 im Herbst. So können wir immer Tiere in allen Größen anbieten, vom zehn Monate alten Kalb bis zur tragenden Färse.“

Laut Eickermann läuft ihre Firma im Vergleich zu den Zeiten der Milcherzeugung heute wesentlich entspannter. Vom Einbetriebszweig wechselten sie in eine breitere Palette. Neben der Angus-Zucht und -Mast, vermehren sie im Ackerbau Saaten und bauen Getreide für Futter, zum Verkauf an. Außerdem haben sie Schweine und Schafe, kleine Bereiche, die sich gemäß Eickermann rechnen.

An Umschlagstechnik besitzt der Betrieb einen 185-PS-Schlepper und seit 2002 einen Multifarmer, Merlos Teleskoplader mit Heckhydraulik und Drei-Punkt-Aufhängung. Das erste Modell 30.6 mit 3 t Hubkraft, 6 m Hubhöhe und 120 PS lief 11.000 Betriebsstunden in Bad Pyrmont und wurde kürzlich als Gebrauchtgerät an einen anderen Anwender weiterveräußert. Seit Juni ersetzt es der Nachfolger Multifarmer 40.7 CS mit 4 t, 7 m und 156 PS.

Zur Entscheidung für das Merlo Maschinenkonzept: „Mich wundert, dass nicht mehr Viehbetriebe auf dieses System einsteigen, weil es zur Viehhaltung wirklich passt. Ich habe einen ziemlich starken Güterumschlag. Stroh rein, Mist raus. Futter machen. Futter rein. Dafür bauch ich einen leistungsfähigen Frontlader, Teleskoplader. Was auch immer. Und gerade wenn ich Viehhaltung habe, habe ich auch Transportarbeiten. Der Schwerpunkt beim Multifarmer liegt eindeutig im Ladebereich - mit Zusatzfunktion.“

Einen Schlepper mit Frontlader sieht er als Ladesystem problematisch für die engen Kurven auf seinem Hof und den Betriebsteilen.

Weiter: „Man muss einfach nur rechnen können. Wenn ich mir einen 160-PS-Schlepper mit vernünftigem Frontlader kaufe, dann lieg ich ungefähr bei 150.000 und hab dann trotzdem noch ´ne Krücke beim Laden. Dann kann ich mir auch ´nen Multifarmer kaufen.“ Seinen Merlo Regional-Verkaufsleiter Dirk Heidbreder und den Händler Holger Kuhlmann beschreibt er als sehr fair in der Preisgestaltung.

Die Betriebsgemeinschaft startete 1995 mit einem ersten Teleskoplader. Ein Drei-Tonnen-Sieben-Meter-Gerät eines anderen Herstellers. „Noch zu Milchkuhzeiten haben wir unseren Verteilwagen mit der Greifschaufel beladen. Dafür hatten wir einen Hunderter-Schlepper. Der war mit seinem Frontlader total überfordert.“

Ein stärkerer Schlepper mit einem schwereren Frontlader hätte in der Stallhöhe nicht gepasst. Die Landwirte suchten ein kompaktes, starkes Ladefahrzeug.

Mit dem ersten 102-PS-Teleskopen mussten sie auf drei Ställen füttern. Dazu hatten sie drei auseinander liegende Siloanlagen. Das Ladefahrzeug musste mit dem Verteilwagen an die Stellen, füttern und zur nächsten Aufgabe. Eickermann versah seinen Teleskopen kurzerhand mit einer Kupplung und Zapfwelle am Heck. „Das war schon der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Als 2001 der Merlo Multifarmer auf der Agritechnica vorgestellt wurde, war klar: „Okay, den brauchen wir. Er war im Vergleich zu jetzt richtig teuer, aber das war völlig egal. Zusätzlich zu den normalen Teleskoplader-Arbeiten hab ich die Heu- und Transportarbeiten mit ihm gemacht.“ Auch dank des Merlos haben sie die in Arbeitsspitzen vergebenen Lohnarbeiten alle wieder reingeholt.

Zu Milchkuhzeiten lief der Multifarmer circa 1.200 Betriebsstunden im Jahr, mit Angus ca. 700. Hauptsächlich agiert er in der Viehhaltung. Er bewegt die Wasserfässer, füttert und streut im Stall, lädt Mist und Silage, baut Elektrozäune auf und ab. Außerdem übernimmt er mit Mäher die Wiesenpflege.

Für seine Aufgaben in der Viehhaltung nimmt der Multifarmer am Arm die Greifschaufel auf, eine Silagezange, eine Quaderballengabel oder Palettengabeln. Am Heck arbeiten die Heugeräte, Nachmäher, Walze. „Striegeln müsste man probieren“, überlegt Eickermann.

Der 11000-h-Merlo lief laut Eickermann. Nur ab und an gab es „Wehwehchen“, die er aber meist eigenständig reparieren konnte. „Der neue hat mehr Technik. Da wird dann nicht mehr ganz so viel selber zu machen sein.“ Nach den ersten 220 h mit dem 40.9: „Einmal war ein Ölstopfen zu reparieren, sonst nix.“

Auf seinem bergigen Gelände mit einem Teleskoplader von rund 9 t Eigengewicht und Anhängelasten bis zu 22 t achtet er beim Bremsen mit Trockenscheiben auf sein Heck. „Wenn ich da viel hinten dran habe, werden die heiß. Und bei dem rumfliegenden Stroh! Deshalb haben wir Druckluft überall dran. Dann geht das mit den Hängern.“

Den aktuellen Multifarmer sieht er nicht als Weiterentwicklung des ersten, sondern als komplett neue Maschine. „Die neue Kabine ist echt der Hit. Die alte war nur ´ne Kiste. Die Federung ist genial. Die zusätzliche Armfederung ist auch sehr angenehm. Klimaanlage hätte ich nehmen sollen.“

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