Merlo Teleskop-Maschinen im Bergbau
Anwender:
Teleskoplader 900 Meter unter der Erdoberfläche
Gestatten? Bergmann Merlo.
Alles Wissen der Welt um die Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik nimmt nichts von der Faszination einzelner Sternstunden: Dass Menschen im Orbit arbeiten oder mit beeindruckenden Verfahren das Leben der Ozeane erkunden, wird immer Fantasien beflügeln. Jule Verne resümierte vor rund hundertfünfzig Jahren: „Alles, was ein Mensch sich heute vorzustellen vermag, werden andere einst verwirklichen.“ Ob der Autor der utopischen „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ die heutigen Bergbau-Technologien erahnte, mit denen routiniert Erdschichten erforscht und bearbeitet werden? Um die Jahrhundertwende war er bei Gründung des nun ältesten befahrbaren Kalibergwerkes der Welt, „Glückauf“ in Sondershausen, in seinen Siebzigern. Beschwerliche Einfahrten und gravierende Gesundheitsrisiken kennzeichneten den Dienst vieler Generationen von Bergleuten. Moderne Technik veränderte das Gesicht des Berufszweiges grundlegend, so auch im thüringischen Sondershausen.
Merlo versetzt Berge.
Bei der Glückauf Sondershauen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) steckt hinter der Investition in fortschrittliche Technologien neben dem Arbeitsschutzaspekt ein klarer Wettbewerbsvorteil. Um die Gewinnung von Steinsalz und primär den Bergversatz zu optimieren, verwendet das Unternehmen seit Frühjahr 2008 drei Merlo Teleskopmaschinen. In den Anlagen über Tage läuft ein P 34.7. Unter Tage versetzen zwei Merlos Berge. (Das Verfüllen stillgelegter Schächte nennt die Fachsprache Bergversatz.) Ein Turbofarmer P 41.7 verbringt im Glückauf-Team mithilfe einer 800-Liter-Schaufel lose Materialien, er verfährt abgebaute Salze und transportiert Reststoffe zur Verfüllung alter Grubengänge. Der P 32.6 Plus, ein Vertreter der Merlo Kompaktserie, bewegt mit Lastgabeln abgepackte, verfestigte Abbauprodukte, die sogenannten Big Bags.
Die GSES hat eine jährliche Umschlagsmenge im Bergversatz von 40.000 bis 60.000 Tonnen und weist ein unterirdisches Grubenfeld von über 20 Kilometern auf, was dem Straßennetz einer mittleren Großstadt wie Erfurt oder Kassel entspricht. Viel Potential für die leistungsstarken und flinken Einsatzhelfer von Merlo. „Für unsere vielfältigen Transporte über und unter Tage entschieden wir uns für die Kombination aus drei Merlo Teleskopen“, berichtet Bernd Adam, Betriebsführer Grube bei der GSES. Die Sondershausener Bergleute arbeiten in drei Schichten von je sechs bis sechseinhalb Stunden Betriebszeit. Die Merlo „Bergmänner“ sind rund um die Uhr mit dabei.
Wie kommen Mehrtonner 900 Meter in die Tiefe? Häppchenweise zum Arbeitsplatz.
Über Tage zählen die Merlo Teleskopen der Turbofarmer- und Kompakt-Serie zu den schlanken Leicht- und Mittelgewichten. Der P 41.7 bringt 6,8 Tonnen auf die Waage und hat Abmessungen von 4,3 x 2,2 x 2,5 Metern (Länge, Breite, Höhe). Der P 32.6 Plus wiegt 6 Tonnen und misst 4,2 x 2,0 x 2,15 Meter. Schön knapp aber dennoch zu viel für den Förderkorb Richtung Abbaustollen. Um zur Grube zu gelangen, mussten die zwei Merlos in Einzelteile zerlegt werden. Der Teleskoparm, die Kabine und die Reifen wurden demontiert, alle Öle abgelassen. Portionsweise an Förderkörben befestigt erreichten sie ihren Arbeitsplatz in 900 Metern Tiefe, wo sie fortan ihre gesamte Einsatzzeit verbringen. Neben der Transportproblematik erlauben die untertägigen Klimabedingungen von durchschnittlich 37 Grad Celsius und der hohe Salzgehalt der Luft keine Rückkehr ans Tageslicht. Bergwerksmaschinen würden zurück an der Erdoberfläche innerhalb kürzester Zeit korrodieren. Unter Tage bleiben sie mit der guten Wartung der grubeneigenen Werkstatt ein reguläres Maschinenleben lang einsatzbereit.
Merlo Plus im Bergbau: optimale Rundumsicht und schnelle Arbeitshydraulik
Jens Hartung, Geschäftsführer der HFT Hebe- und Fördertechnik GmbH in Mühlhausen, dem regionalen Merlo Händler: „Seit einigen Jahren kennen wir die speziellen Technik-Anforderungen der Sondershausener Bergleute. Merlo ist für sie einfach die perfekte Wahl, über und unter Tage.“ Hartung berichtet, dass sich die GSES die Kaufentscheidung nicht leicht machte. Sie verglich intensiv die Angebote der Märkte für Frontstapler und Teleskopen. Bei einer Produktdemonstration mit eingehendem Geländetest waren die Mitarbeiter von den Merlo Geräten schlichtweg begeistert. „Die sehr gute Rundumsicht aus der Kabine und die Schnelligkeit der Hydraulik durch das Load-Sensing-System überzeugten“, so Hartung. Bernd Adam von der GSES fügt hinzu: „Letztendlich ausschlaggebend waren für uns das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die positiven Merlo Referenzen regionaler Landwirte.“








