Drei in einem
Tubofarmer ist Bau-, Agrar- und Industriehelfer
Hünfelden: Jochen Heckelmann und Ralf Knapp gründeten 2010 die Biogas Hünfelden GbR und gaben den Startschuss für ihre Biogasanlage. Den Landwirten bietet sie ein weiteres Standbein. Die Gülle kommt von Knapps rund 80 Kühen. Auf insgesamt 630 Hektar Ackerfläche findet sich der Boden für den Mais und das Gras der 2,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr produzierende Anlage. Der Strom wird ins Netz eingespeist oder ist für den Eigenbedarf. Die entstehende Wärme ist gleichfalls willkommen.
Einen Nebeneffekt hat die Investition: Fast beiläufig macht sie aus Söhnen von Höfen mit langer Agrar-Tradition Bauleiter und Industrie-Unternehmer. Ein Merlo Turbofarmer P 41.7 geht seit Ende 2010 den Weg mit ihnen.
Für den Betrieb der Anlage wünschten sich die Gesellschafter einen Teleskoplader, der zusätzlich auch in der Landwirtschaft agiert. Ihren Merlo erwarben sie jedoch Monate vor der Fertigstellung. Heckelmann bringt die Entscheidung auf den Punkt: „Wir wollten uns nicht in der Bauphase mit einem Behelfslader rumquälen. Ein halbes Jahr später brauchen wir den Merlo sowieso, also kauften wir ihn schon für den Bau.“
Ihr Merlo ist ein echtes Kombigerät. So besitzt es Seitenverschub und Niveauausgleich, zwei besonders im Bauwesen beliebte Funktionen. Das seitliche Versetzen des Oberwagens, ohne Verfahren der Maschine, vereinfacht Ladevorgänge. Das zweite System unterstützt das sichere Hantieren auf unebenem Gelände. Mit Palettengabeln und Schaufel ist der Teleskop bei diversen Baueinsätzen aktiv. Nebenbei wirkt er rund drei Stunden pro Tag bei den Kühen. Der Turbofarmer hilft bei der Fütterung und vielen Transporten von A nach B. Auch wegen seiner effizienten Arbeit werden in Hünfelden bald weitere 25 Kühe im Stall sein. Die Straßenzulassung auf 40 km/h kommt bei den Landwirten ebenfalls gut an. Heckelmanns Hof liegt sechs Kilometer von der Biogasanlage entfernt. Müssen dort Hackschnitzel geladen werden, ist der Merlo schnell zu Stelle. „Die Kraft auf der Straße ist sehr beeindruckend“, betont der Anwender.
Zum Industriearbeiter mutiert der Turbofarmer, sobald die Biogasanlage steht. Dann bewegt er 13 Tonnen Silage pro Tag. Er wird die Anlage warten und zahlreiche Assistenz-Aufgaben übernehmen. Parallel bewahrt er sein Herz für die Landwirtschaft und den Bau.
Knapp und Heckelmann sind keine Anfänger in Sachen Technik. In ihren Betrieben gibt es die gängigen Agrar-Technologien. Ihr Turbofarmer hebt 4,1 Tonnen und erreicht bis zu sieben Meter Hubhöhe. Dafür bringt er rund 6,8 Tonnen auf die Waage. Knapp meint: „Es ist erstaunlich, wie schwer der Merlo doch ist. Das Gewicht merkt man der schnellen und wendigen Maschine einfach nicht an.“ Dem Hydrostatantrieb sei dank.
Einen weiteren Vorzug erleben die Bediener mit der zweiteiligen Kabinentür. Heckelmann: „Sie ist auch nach Hunderten Betriebsstunden noch unversehrt. Das sieht bei anderen Herstellern rasch ganz anders aus.“ Merlo passte die Form seiner Kabine den Rädern an. In Kurven berühren Kabine bzw. die geöffnete Tür die Reifen nicht. Aufgrund dieser Bauweise kann auf anfällige Haltebänder für das Feststellen von offenen Türen verzichtet werden. Ein praktischer Vorteil, der die Maschine lange gut aussehen lässt.
August 2011







